Matterhorn Gotthard Bahn

Einleitung

Die Matterhorn Gotthard Bahn ist eine schweizerische Schmalspurbahngesellschaft mit Sitz in Brig. Sie betreibt die Strecke Disentis / Mustér – Andermatt (mit Zweigstrecke nach Göschenen) – Brig – Visp – Zermatt. Die Website der MGB ist www.mgbahn.ch.

Fahrzeuge der MGB

Geschichte

BVZ Zermatt-Bahn

Die ehemalige BVZ hat ihren Ausgangspunkt in Brig an der Simplonlinie der SBB. Sie führt über Visp – Täsch nach Zermatt. Die Strasse endet in Täsch, der letzten Station vor Zermatt. Reisende nach Zermatt welche mit dem Auto anreisen, müssen hier auf die Bahn umsteigen. Neben dem Personenverkehr vom Rhônetal nach Zermatt und dem Pendelverkehr Täsch – Zermatt hat die MGB grosse Bedeutung für die Versorgung von Zermatt mit Gütern. Die am 21.12.1886 konzessionierte BVZ wurde meterspurig mit insgesamt sechs Zahnstangenrampen von maximal 12,5 % Neigung gebaut. So werden auf der Strecke von Visp nach Zermatt überwindet die Bahn 955 Höhenmeter. Am 10.10.1888 wurde die "Compagnie du Chemin der fer de Viège à Zermatt SA" gegründet. Zu Beginn der 1890er Jahre fand die Eröffnung der Strecke statt. Der Betrieb wurde anfangs mit Dampfloks durchgeführt.
Die Bahn erholte sich rasch vom Ersten Weltkrieg und beteiligte sich 1925 an der Rettung der in Konkurs gegangenen Furkabahn. Die VZ übernahm die Verwaltung der FO sowie der SchB. 1930 wurde die Verbindungslinie Visp-Brig gebaut, um die Lücke im grössten schweizerischen Schmalspurnetz zu schliessen. Die Umbenennung in Brig-Visp-Zermatt-Bahn erfolgte allerdings erst 1962. In den 90er Jahren fand nochmals eine Umbenennung statt. Ende 20er Jahre wurde die Elektrifizierung abgeschlossen. Im Sommer 1930 erfolgte auch die Einführung des mittlerweile weltbekannten "Glacier-Express". Dieser befährt die Strecke Zermatt – Visp – Brig – Andermatt – Chur – Thusis – St. Moritz. Seit 1933 wird der Betrieb nach Zermatt ganzjährig aufrechterhalten.
Die grossen Investitionen für den wintersicheren Ausbau und die weitere Modernisierung brachten der BVZ die Zusicherung, dass vom Bau einer Talstrasse abgesehen wird. Diese Zusage wurde 1952 jedoch hinfällig und der Strassenbau bis Täsch fortgeführt, wo auch noch heute die Strasse endet. 1973 wurde der Pendelverkehr Täsch – Zermatt zusätzlich zum bestehenden Fahrplanangebot eingeführt.

Furka-Oberalp-Bahn

Die FO verbindet über zwei Pässe hinweg das Rhônetal mit dem Graubünden und bildet somit eine wichtige Ost-West-Achse. Mit dem Furka-Basistunnel, der einen ganzjährigen Betrieb erlaubt, ist ihre Bedeutung weiter gestiegen. Am 27. Mai 1910 wurde nach einer langen Vorgeschichte die Aktiengesellschaft der Furkabahn Brig-Furka-Disentis (BFD) gegründet. Kapitalgeber waren in erster Linie französische Finanzkreise, die starken Einfluss auf die Pläne ausübten. Anfangs der 10er Jahre konnte die Strecke Brig – Gletsch in Betrieb genommen werden. Wegen Problemen beim Furka-Scheiteltunnel und dem Ersten Weltkrieg geriet die Gesellschaft in eine finanzielle Krise, die 1923 in einem Konkurs endete. 1924 bildete sich unter Federführung der Visp-Zermatt-Bahn eine Interessengruppe, der neben den Kantonen Graubünden, Uri und Wallis und Gemeinden auch die Nachbarbahnen Schöllenenbahn und Rhätische Bahn angehörten. Dieser Gruppe gelang die Vollendung der Bahn. Mitte der 20er Jahre konnte der erste Zug die Strecke Brig – Disentis befahren. Im Jahre 1930 wurde die Verbindungsbahn Visp – Brig eröffnet und liess damit das grosse Schmalspurnetz von VZ, FO, SchB und RhB entstehen. Da die beiden Passstrecken nicht wintersicher waren, wurden bereits in den 20er Jahren erste finanzielle Sanierungsmassnahmen fällig. Die angestrebte Elektrifizierung konnte nur durch starkes Engagement des Bundes und des Militärs verwirklicht werden. Anfangs 40er Jahre wurde die Strecke Elektrifiziert. Im gleichen Zeitraum wurde die Oberalpstrecke wintersicher ausgebaut. Im Jahre 1961 fusionierte die FO mit der Schöllenenbahn.
Grosse Probleme bereitete der FO die Furka-Bergstrecke, die nur im Sommer befahren werden konnte. 1970 begann daher die Planung für einen Basistunnel und 1973 begannen die Bauarbeiten. Geologische Probleme, enorme Kostenüberschreitungen und Schwierigkeiten mit der Bauleitung wuchsen zu einem öffentlichen Skandal, der beinahe zur Einstellung der Arbeiten geführt hätte. Trotz allem wurde der Tunnel am 2. April 1981 durchschlagen und ein Jahr später in Betrieb genommen. Der Tunnel war bis 1999 der längste Schmalspurbahn-Tunnel der Welt. Er musste diesen Titel 1999 an den Vereina-Tunnel der RhB abgeben. Die alte Strecke über den Furka wurde 1981 offiziell stillgelegt und wird heute von der DFB betrieben. Die Bergstrecke ist heute noch über eine Weiche in Realp mit dem Netz der FO verbunden. Im Oktober 1998 wurde eine 2 km lange Verbindungslinie gebaut, um die Baustelle des Gotthard-Basistunnel in Sedrun mit einem Gleisanschluss zu versehen. Aufgrund der Neigung von bis zu 7 % ist die Verbindungslinie fast durchgehend mit einer Zahnstange ausgerüstet. Um genügend Kapazitäten für den Materialtransport bereitstellen zu können, wurde der Abschnitt Sedrun-Disentis ausgebaut.

Stammbaum der MGB

  • Matterhorn Gotthard Bahn
MGB 2003
    • BVZ Zermatt-Bahn
BVZ 1991 2002 Namensänderung
      • Brig-Visp-Zermatt-Bahn
BVZ 1961 1991 Namensänderung
        • Visp-Zermatt-Bahn
VZ 1890 1961
    • Furka-Oberalp-Bahn
FO 1925 2002
      • Brig-Furka-Disentis-Bahn
BFD 1915 1925
      • Schöllenenbahn
SchB 1917 1961

Streckennetz der MGB auf Karte